Művelődés-, Tudomány- és Orvostörténeti Kiadó
Folyóirat: 2020/20
Cím: In memoriam von Prof.Dr. János Somogyi (1929-2019)

Title: In memoriam of Prof.Dr. János Somogyi (1929-2019)
[Letöltés]
Szerző(k): Prof. Dr. med. Josef Makovitzky - Abt. für Neuropathologie der Universität Heidelberg/Inst. für Rechtsmedizin der Universität Frei Prof.dr. Fischer Emil - Pécsi Tudományegyetem
Rovat: Biográfiák, Kutatás fejlesztés
Kötet: 2020/20
DOI: 10.17107/KH.2020.20.280-283
Kulcsszavak:
tudós életút, egyetemi oktatás, fiatalok támogatása
Keywords:
scientific career, university education, support for young people
Abstract:

János Somogyi was born 1929 in Jászberény (Hungary). After highschool graduation he studied medicine at the University „Péter Pázmány” in Budapest.
Between 1954 and 1957 he was research associate at the University of Budapest, with Option of Habilitation. 1956 he participated actively in the Hungarian October Revolution. After 1956 Somogyi focused on research, teaching and supporting young scientists.
1975 he became appointed Professor of Biochemistry at the medical University of Budapest.
He was a beloved teacher, especially among German speaking students. He never accepted the term „lost students”.  1972 Somogy became one of the founding members of the „Membrane-Transport- Conference” in Hungary, which is a well known as interdisciplinary international conference today.
The passing away of Prof. Somogyi on May 24, 2018 was a tremendous loss for both European and Hungarian Science.
János Somogyi was a highly dedicated teacher, scientist and supporter of young researchers. He will never be forgotten.


     Am 11. Juni 2018 haben wir mit Prof. Dr. Emil Fischer gemeinsam die traurige Nachricht über den plötzlichen Tod von Prof. Dr. János Somogyi erhalten.
Er ist in seiem 90. Lebensjahr am 24.Mai plötzlich verstorben, am 7. Juni wurde er im engsten Familienkreis bestattet.
     Makovitzky hat ihn am 8. Mai 2018 zu Hause in Budapest besucht.Er hatte darum gebeten, „weil, du lieber Josef, voriges Jahr nicht bei mir warst.”
3 ½ Stunden lang haben wir uns über viele Themen unterhalten: über seine Familie, über die Tagungen der Membran-Transport- Gesellschaft, seine Schüler, die Reformation in Ungarn und über das Lied der ungarischen Studenten aus dem 18. Jahrhundert in Wittenberg. Er hatte gute Laune. Als wir uns verabschiedeten, sagte er: Ich erwarte dich, Nemecsek, im Oktober. Den Namen Nemecsek habe ich von ihm 1978 bekommen.
Wer war János Somogyi, woher kam er?
     Seit den 80er Jahren war er der bekanteste und beliebteste Hochschullehrer für Biochemie im  Kreise der ungarischen und deutschen Studenten an der Medizinischen Universität Semmelweis zu Budapest.
     Er wurde 1929 in Jászberény geboren. Die Stadt liegt im nordwestlichen Ausläufer der Großen Ungarischen Tiefebene 75 km östlich von Budapest, an den beiden Ufern der Zagyva, und gilt als Hauptstadt der Region Jászság,
      Als er zwei Jahre alt war, starb seine Vater und bis zu seinem 18. Lebensjahr war die Mutter für die Familie verantwortlich. Seine Reifeprüfung legte er im Gymnasium in Jászberény ab. Später hat er regelmäßig die Klassentreffen in Jászberény besucht, wobei er öfter erwähnte, dass er am Gymnasium die ersten Impulse zum Studium erhielt.    
Er hatte sich um zwei Studienplätze beworben, zum einen für Chemie an der Péter Pázmány Universität, wissenschaftliche Fakultät, zum anderen an der medizinischen Fakultät. Er wollte unbedingt die beiden Fachrichtungen studieren, dieses Vorhaben scheiterte an Geldmangel, letzten Endes studierte er Medizin. Im Nachhinein sagte er selbst: Es war eine gute Entscheidung.
     Seine Erinnerungen  aus der Studenzeit haben ihn sein ganzes Leben begleitet. Er war von seinem hervorragendem Professor Imre Haynal (1892-1979) sehr beeindruckt,
Er arbeitete in seiner Studienzeit (schon mit universitären Status), als Demonstrator im Chemischen Institut bei Prof. F.Bruno Straub (1918—1996). Den unerfahreren Demonstrator hat der Chemielaborant Josef Fajsz in  die chemischen Praktika eingearbeitet (Pipettieren usw.).
     Zwischen 1954 und 1957 hatte er eine sog. Aspirantur-Stelle mit der Option zur Habilitation.
     1956 nahm er aktiv am Oktoberaufstand teil. Als der Rektor Prof. Pál Gegesi-Kiss ihm 1957 eine politische Karriere an der Medizinische Universität vorschlug, hat  eindeutig  „nein” gesagt. Er entschied sich für die wissenschaftliche Arbeit, Lehre und für die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
     Er ist aber mit seinem wissenschaftlichen Thema nicht weitergekommen und wechselte er in das neu organisierte Institut für Physiologie II. Zwischen 1960 und 1974  waren meine produktivsten Jahre in meiner wissenschaftlichen Tätigkeit sagte er bei einem Jubiläum.
1964 hat seine PhD, 1972 hat seine Dissertation (Dsc) der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie zu Budapest gehabt.
     Er rechnete sich Chancen für die Chef-Nachfolge im II. Physiologischen Institut aus. Der Fakultätsrat,der Universitäts rat votierten einstimmig für Somogyi aber die Partei, Genosse  Aczél, hatten eine andere Vorstellung. Sein Chef, der ihn bisher unterstützt hatte, war ihm gegenüber in diesem Fall nicht ganz korrekt.
     1975 wurde er zum Universitätsprofessor ernannt und landete im chemisch-biochemischen Institut, weil Direktor Prof. Dr. Fe- rec Antoni 1973 zum Rektor gewählt wurde. Der Rektor brauchte einen administrativen stellvertretenden Direktor, der 6 Jahre lang das Institut leiten konnte. Er hat diese Posten zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter ausgeübt.
Das Prinzip von Prof. Somogyi war - und das ist das Wichtigste: Der Vortragende muss unbedingt eine Persönlichkeit sein.
     Er war eine solche Persönlichkeit. Er war Forscher und Lehrer in einer Person. Seine Studentinnen und Studenten liebten ihn. Wenn er in Mainz, Gießen oder Heidelberg Vorträge hielt, kamen sie in Scharen.
Seinem Forschungsthema  „Mechanismus der Membran- funktion” ist er  treu geblieben. Mit seinen Freunden János Salánki,Lajos Szollár, András Kövér, Sándor Györgyi und György Gárdos gründete er 1972 in Tihany die Membran Transport Konferenz , Diese wurde später  als alljährliche interdisziplinäre Konferenz in Sümeg bekannt.
     Er hat mehrmals  über seine Vorbilder gesprochen und geschrieben, wie z.B, über Frau Prof. Vilma Székessy-Hermann (1910-1992). Von ihr hatte er die absolute Perfektion, die mehrmalige Wiederholung der Experimente und die exakte Führung der Protokolle gelernt.
Von seinem Chef in Heidelberg, Prof. Waldemar Kutscher (1898-1981), dem Vater des ersten bis zum heutigen Tag gültigen Karzinomtest, hat er die Bedeutung von und den Respekt vor Zusammenarbeit gelernt.  
     Von Prof.Arisztid Kovách (1920-1996) hat er gelernt, dass ein Forscher die Welt und die Zusammenarbeit kennenlernen muss.
     Prof. György Romhányi, Ordinarius für Pathologie an der Universität Pécs (1905-1991), hatte großen Einfluss auf ihn; aus ihrer Bekanntschaft wurde Freundschaft. Somogyi hat die Verabschiedung von Romhányi 1978 in Sümeg organisiert, die Romhányische Schule war dort mit folgenden Referenten vertreten: Àrpàd Németh, János Fischer, István Orbán und József Makovitzky. Von ihm hat er den Begriff der sog. Serendipities kennengelernt.
Zum 100. Geburtstag von Romhányi organisierte sein Freund Prof. László Módis ein exzellentes Symposium  mit allen Romhányi-Schülern in Sümeg.
     Anlässlich seines 85. Geburtstags wurde Prof. János Somogyi von der Leitung der Medizinischen Semmelweis Universität und von den Mitarbeitern seines ehemaligen Instituts gefeiert. Im Rahme der Feierlichkeit überreichte ihm Dr. József Timár, der stellvertretende Rektor, die Silbermedaille des Pro Universitate Preises. Nach der Laudatio des amtierenden Institutsdirektor Dr. Gábor Bánhegyi, resümierte der Dekan der  Medizinische Fakultät, Dr. László Hunyady: In  der Person János Somogyi sind die Wissenschaft und die Lehre  glücklich vereint. Danach folgte die Laudatio von Dr. Lajos Szollár von der Membran Transport Konferenz in Sümeg mit der Erkenntnis: Die Zellmembran ist orientiert, dieser Zustand aber leicht zu verändern.
     Dr. József Mandel (Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften) bezeichnete die Karriere von János Somogyi als außerordentlich.
Nach der Laudatio erwähnte Prof. Somogyi noch einmal, dass er die präzise Arbeit von seinen Meistern kennengelernt hat. Die Achtung  vor und die Bereitschaft zu harter Arbeit vermittelte er seinen Schülern. Danach wurde der Lehrmeister mit wissenschaftlichen Vorträgen von seinen Schülern begrüßt: Àgota Vér und Nándor Müllner haben über die ATP-asen, Péter Csermely über die Halos und Dr. Csaba Söti  über guten Stress gesprochen.
Anlässlich seines 85. Geburtstags machte er für sich selbst Tabula rasa. 1967/68 hätte ich, wie er sagte, eine bestimmende Persönlichkeit der Membranforschung sein können, wenn ich die Arbeit im Institut von Prof.Jens Christian Skou, vier Jahre nach meinem Rückkehr, in Aarhus hätte fortsetzen können. Aufgrund der präzise geführten Protokollen der MTA von Skou kam er darauf, dass die Natriumpumpe ein ATP-spaltendes  Enzym ist. Diese Erkenntnis bedeutete für ihn den Nobelpreis.
     Als ihm die Frage gestellt wurde: Sind Sie, Herr Professor Somogyi, mit Ihrer wissenschaftlicher Leistung, mit Ihrer Karriere zufrieden? Lautete seine Antwort: Nein,ich habe nicht genügend gearbeitet, bin aber in Anbetracht meiner Karriere nicht unzufrieden.
Seine wissenschaftliche Auszeichhnugen sprechen für sich: Akademie-Preis (geteilt), Apáczai János Preis, Romhányi Preis. Das Széchenyi–Professur-Stipendium konnte er mit seinem guten Freund, Prof.László Módis am 27. September 1998 gemeisam übernehmen. Von der Stadt Sümeg wurde er zum Ehrenbürger ernannt.
     Sein Tod bedeutet für die europäische und ungarische Wissenschaft einen grossen Verlust. Die Mitarbeiter seines ehemahligen Instituts und seine Schülern erinnern sich dankbar an ihn, seine bescheidene Persönlichkeit, sein großes Wissen, und seine Toleranz. Sein Arbeitspensum wird den nächsten Generationen von Wissenschaftlern und Lehrern an den Universitäten ein Beispiel sein.
    Sein Name wird in den deutschen und europäischen Fachgesellschaften und an der Universität Budapest in Erinnerung bleiben.

Literatur:
Haynal Imre: Egy rendszerek feletti ember | Hetek Közéleti Hetilap.
Kutscher, Waldemar (1898-1981), Biochemiker
www.kipnis.de/index.php/alexander/.../56-kutscher-waldemar-1898-1981-biochemiker
https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Christian_Skou
Apáink jönnek velünk szembe Somogyi János nyugalmazott egyetemi tanár.
A könyv Herzka Ferenc és Szabó László Apánk jönnek velünk szembe…filmsorozat alapján készült. ISBN 963 9214 90 6 2005.
85. születésnapján köszöntötték Dr. Somogyi Jánost – Semmelweis ...
semmelweis.hu/.../85-szuletesnapjan-koszontottek-dr-s...
"Ha összeesik egy ember..." - Magyar Szemle, www.magyarszemle.hu › Főoldal › Új folyam V. 7-8. szám
39. Membrán-Transzport Konferencia - Program - Remedicon, https://www.remedicon.hu/55/39-membran-transzport.../program
Prof. Dr.med Josef Makovitzky: Prof. Dr. György (Georg) Romhányi (1905-1991) als Persönlichkeit, Wissenschaftler und Lehrer-Ein Beitrag zur Geschichteder Polarisationsmik- roskopie. ISBN:978-3-00-036132-6 Druck:Druckerei der Albert Ludwigs-Universität Freiburg 2012  pp 68, 76
Hírek - Gyászhír - elhunyt dr. Somogyi János - PTE ÁOK, zhaopin.cf/hu/hirek/hir/11383
19.06.2019 - 2019. május 24-én, 90. Életévében elhunyt dr. Somogyi János professzor, a Membrán Transzport Konferencia alapító tagja. Kívánságára június ...
In memoriam Dr. Somogyi János (1929-2019) – Semmelweis Hírek, semmelweis.hu/.../in-memoriam-dr-somogyi-janos-19...
09.08.2019 - Életének 90. évében, május 24-én elhunyt Dr. Somogyi János biokémikus. Dr. Csermely Péter nekrológja.