Művelődés-, Tudomány- és Orvostörténeti Folyóirat
2018/16           ISSN: 2062-2597
Cím: Wittenberg und die Reformation in Ungarn

Title: Wittenberg and the Reformation in Hungary
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Szerző(k): Prof. Dr. Makovitzky József - Universität Heidelberg/ Freiburg
Rovat: A középkori medicinától a romantikus medicináig
Kötet: 2017/15
DOI: 10.17107/KH.2017.15.19-41
Kulcsszavak:
Ungarn, Partium, Siebenbürgen, Reformation, Türken
Keywords:
Hungary, Partium, Transylvania, Reformation, Turks
Abstract:

After the Mohács battle in 1526 Hungary was divided into three parts, and this situation  become permanent  by the Turkish conquest of Buda in 1541.

The language of reformation was German in the Western and Northern parts of the country, Hungarian in the Turkish part, and Hungarian or German in Transylvania and the Partium. Philipp Melanchthon played a decisive role by his correspondence with 14 towns and many of his disciples. Hungary’s aristocracy supported the reformation. The   Confessio pentapolitana, Confessio heptapolitana (montana) and the Confessio scepusiana were the most important scriptures in the history of Hungarian reformation.

The most important persons in the Hungarian reformation were: Leonhard Stöckel (Praeceptor Hungariae), Dévai Biró Mátyás, the "Hungarian Luther", Sylvester János, the translator of the New Testament, futher Johannes Honterus and Kaspar von Helth (Heltai Gáspár) in the Transylvanian region. The protestant Lyceums played an important role in the cultural life of Hungary.


Nach dem31.Oktober 1517 hatte sich von Wittenberg aus die neue Lehre - die reformatorische  Lehre - rasch in ganz Europa verbreitet(23). Das Königreich Ungarn spielte eine Sonderrolle bei der Verbreitung der neuen Lehre.

Hier spielten einerseits die gemeinsame deutsche Sprache (in West- und Oberungarn), die Nähe des deutschen Reiches, persönliche und  wirtschaftliche Beziehungen und ein geistiger Austausch mit mehreren Reichsstädten - eine Sonderrolle,  wie z.B. zwischen Leutschau (Lőcse, Levoča) und Nürnberg, Wien und Ödenburg (Sopron) bzw. Preßburg (Pozsony,Bratislava). Andererseits wirkte sich an der Leucorea vor allem die Beliebtheit von Magister Philipp Melanchthon bei den ungarländischen Studenten aus. Er war zum Gesprächs- Partner und Lehrer geboren, mit anderen Worten, er war ein Glücksfall für die Universität Wittenberg und für die Reformation  (38,39, 41,42,47,51).

Melanchthon korrespondierte mit zahlreichen  ehemaligen Studenten aus Ungarn, mit 14 Städten in Ungarn, die  ihn um Rat bei Stellenbesetzungen baten. Er liebte Gäste um sich und war intensiver, fast schwärmerischer Freundschaft fähig(39,41,42) Ein Lehrer, der auch außerhalb der Vorlesungen seiner Passion nachging, junge Leute zum Nachdenken anzuregen  (31,38,39,42,47).

Melanchthon entwickelte eine unglaubliche Energie bei der Errichtung von Schulen. Die Erwachsenen ermahnte er, ihre Kinder unterrichten zu lassen. „Kein Bollwerk und keine Befestigung macht eine Stadt stärker als gebildete, ausgebildete Bürger“: diese Worte Melanchthons wirkten, seine Ideen nahmen Studenten in ganz Europa mit! (38,39).

Melanchthon wurde gleichsam Außenminister der Reformation, der alles zusammenfasste (22,51).Melanchthons Werke sind umfangreicher und vielseitiger, als die Luthers (41,42).

Er korrespondierte z.B  mit  Tamás (Thomas) Nádasdy,  dem Palatin von Ungarn, über die Idee, eine protestantische Hochschule in Sárvár  zu verwirklichen.

In Ungarn waren es 14 Städte: Bartfeld (Bártfa,Bardejov), Eperies (Eperjes, Prešov), Großwardein (Nagyvárad,Oradea), Hermannstadt(Nagyszeben,Sibiu), Kaschau(Kassa, Košice), Kesmark( (Késmárk, Kežmarok),Klausenburg, (Kolozs-vár,Cluj-Napoca),Kremnitz(Körmöcbánya,Kremnica),Kronstadt (Brassó, Brașov), Preßburg (Pozsony,Bratislava), Sárospatak, Sárvár, Schemnitz, (Selmecbánya, Banská Štiavnica) und Ödenburg (Sopron),(25,45,46)

Die Tatsache, dass Ungarn Anfang des XVI. Jahrhunderts von der ersten Welle der Reformation erfasst wurde, war den Studenten zu verdanken und der besonderen Ausstrahlung der Universität Wittenberg durch Martin Luther und Philipp Melanchthon.  Studenten  aus Ungarn besuchten früher die Universitäten  Wien, Prag, Krakau, ab etwa 1520/1522  die aufstrebende, 1502 gegründete Leucorea in Wittenberg.

Der erste Student aus Oberungarn kam 1520 an die Universität Wittenberg:  Thomas Preisner aus der Stadt Leibitz (Leibic, Lubica). Er verlas Luthers 95 Thesen von der Kanzel der katholischen Kirche zur Himmelfahrt Marias in Leibitz. Schon früh vertraten Georg Leudischer und Andreas Fischer an mehre-ren Orten der Zips die lutherische Lehre. Auf Grund der neusten Forschungen von Csepregi Leudischer wirkte wesentlich später, Fischer  hatte die Leutschauer neu getauft, also er war Anabaptist.

Laut Immatrikulationsbüchern (die wurden erst seit 1522 geführt, laut Csepregi seit 1502) der Universität Wittenberg erschien der „Studentus hungaricus“ aus Oberungarn 1522: wie Martin Cyriacus (Leutschau,Lőcse, Levoča), Martin Baumhäckel  (Neusohl, Besztercebánya, Banská Bystrica,20,21,25,60)

Bis 1560 waren unter 442 Studenten aus Ungarn 20 aus der Zips (Szepesség, Spiš).

Die Zips (Zipserland)  war das älteste deutsche Siedlungsgebiet im  königlichen Ungarn - seit  etwa 1160  mit Sonderrechten ausgestattet. Die Sonderrechte wurden von den jeweiligen ungarischen Königen  immer neu bestätigt. Die sog. Zipser Willkür bildete die Rechtsgrundlage für die Zips (1).

Zur Gründung der ungarischen Studentengruppe( Coetus) kam es 1555 (53). Sie hatten eine eigene Fahne:

1. Abbildung Quelle: Melanchthonhaus in Lutherstadt  Wittenberg WWittenbergWittenberg

2. Abbildung Erno Zeitner

3. AbbildungQuelle: Cserkészek daloskönyve -Liederbuch der Pfadfinder 1991(13).

Der Name Ungarn wurde durch die Türkengefahr in ganz Europa bekannt.

Laut Scheible (43,44) hörte Melanchthon zum ersten Mal in der Lateinschule von Pforzheim über Ungarn und über die Türkengefahr durch seinen Mitschüler Simon Grynaeus, der später Rektor und Bibliothekar am königlichen Hof in Buda (Ofen)  wurde.

Nach der siegreichen Schlacht bei Belgrad 1456 blieb Europa 70 Jahre lang von einer Türkeninvasion verschont. Unter König Matthias (Mátyás) Corvinus (1458-1490) blühte das Land noch einmal auf: Der ungarische Königshof war eine Hofburg der Renaissance.

König Matthias gründete am 19.Mai 1465 die „Academia Istropolitana“  in Pozsony (Preßburg, bis 1927 Pressbork, danach Bratislava). Die Academia wurde 1467 eröffnet. Hier wirkte z. B. der deutsche Humanist  Johannes Regiomontanus, Astronom und Mathematiker. Die Bibliothek von König Matthias, die Bibliotheca  Corviniana  war  europaweit bekannt, sie umfasste etwa 5000  Bände. Leider war die Academia Istropolitana nach dem Tod von König Matthias  1490  am Ende, aber sie hinterließ   Spuren  in ganz Europa.

Erst 1519 wurde Luther in Ödenburg (Sopron) in Westungarn, Hermannstadt (Nagyszeben, Sibiu) in Siebenbürgen und in Oberungarn gelesen(11,12, 14,)

Deutsche Kaufleute aus Regensburg brachten um 1520 die ersten reformatorischen Schriften in die königliche Freistadt Ödenburg (Sopron). Die Schriften wurden im Familien- und Freundeskreis und sogar öffentlich in den Wirtshäusern gelesen (16,36).

 Am 30. Oktober 1524 brannten auf dem Markplatz zu Ödenburg (Sopron) die Dokumente von Dr. Martin Luther (16,36) Doch diese Untat konnte den Siegeszug der Reformation in der Stadt nicht aufhalten.

Die Stadt nahm 1532 die Lutheraner aus Österreich auf, auch der Stadtkom -madant und königliche Gespan Johann von Weißpriach, dessen Frau als Erzieherin der königlichen Kinder am Hof König Ferdinands angestellt war, förderte die Reformation in der Stadt. In der Stadtpfarrkirche teilte Pfarrer Raidel ab 1543 das Abendmahl aus, und seit 1549  predigte der aus der Schweiz stammende Peter Kalbenmatter die evangelische Lehre bis 1551. 1556 berief der Magistrat Wolfgang Fochter. 1565 wurde der lutherische Pfarrer Simon Gerengel, der zu einem Verwandtenbesuch in der Stadt weilte, zum Stadtprediger berufen. Als Prediger der Sankt Michaelskirche (Szent Mihály templom) veröffentlichte er 1569 ein evangelisches Gebet- und Liederbuch. Die Kirche wurde mit der katholischen Gemeinde brüderlich geteilt. Sie war die erste Simultankirche im heutigen Ungarn. (16,36).

Interessant ist es, dass die wichtigsten Laien, die der Reformation in Ungarn nahestanden, Königin Maria und Georg von Brandenburg waren, der Vormund des jungen König Ludwig II. In Buda (Ofen) wirkten Conrad Cordatus als deutscher Stadtprediger und als Hofprediger der Königin  Johann Henckel (1490 Leutschau-1535 Breslau). In der Lateinschule in Ofen unterrichteten Simon Grynaeus und Veit Örtel Winshemius, die späteren Professoren in Basel und Wittenberg (2,3, 6,7, 59)

Palatin István (Stefan) Werbőczy (1521) sagte nach der persönlichen Begegnung mit Martin Luther in Worms: “Die lutherische  Lehre ist gefährlich“. (57).

1523 und 1525 beschloss der ungarische Landtag  „Lutherani  omnes comburantur“. 1523 hieß es im Artikel 54: Alle Lutheraner und ihre Beschützer sind öffentliche Ketzer und sollen mit Besitzverslust bestraft werden. Und 1525 verschärft: Alle Lutheraner sollen verbrannt werden. (11,12,32,)

Erste Opfer dieser Gesetze wurden der Pfarrer Nikolai und  der Lehrer Gregori aus Libethen (Ligetbánya,Lubietová) und ein Franziskanermönch, der 1528 in Preßburg (Pozsony, Bratislava) im Sinne Luthers  predigte.(12,16,32)

Nach der tragischen Schlacht bei Mohács  am  29. August 1526 wurde  Ungarn praktisch dreigeteilt (30).

Der Erzbischof  von Tyrnau (Trnava, Nagyszombat) sandte 1526 eine Prüfungs-Kommission nach Preßburg(Pozsony, Bratislava) und Ödenburg (Sopron) um die Lutherische Ketzerei aufzuspüren. 1528 kamen ein Franziskaner aus Ulm und  einer aus der Schweiz nach Preßburg (Pozsony, Bratislava). Der deutsche Franziskaner wurde außerhalb der Stadt gefangen genommen und nach schrecklicher Folter verbrannt (58,59). Um 1530 waren zwei  bedeutende Prediger in der Stadt Preßburg (Pozsony, Bratislava), Leopold Kophart (später in Neusohl(Besztercebánya, Banská Bystrica) und Michael Radaschin (Hainburg, Neusohl (Besztercebánya, Banská Bystrica),und Bartfeld (Bártfa,Bardejov) (10.12).

Mit der Eroberung der ungarischen Hauptstadt Buda (Ofen) 1541  durch die Türken  wurde die Drei-Teilung Ungarns  vollzogen (16,30).

4. Abbildung Das Bild  des dreigeteilten Ungarns.

König Johannes (János) Szapolyai beherrschte  Partium und Siebenbürgen. Zum Reich des Habsburger Königs Ferdinand I. gehörten West- und Oberungarn. Das  mittlere Dreieck mit der Hauptstadt Buda gehörte zum Herrschaftsbereich von Sultan Suleyman dem Prächtigen.

Siebenbürgen - aber auch das  königliche Ungarn- stand vor der Frage, - ob man mit den Türken gegen die Habsburger oder mit den Habsburgern gegen die Türken kämpfen  sollte. Es fand seine Entsprechung in der religiösen Zerissen- heit: zwischen dem in Siebenbügen  stark verbreiteten Protestantismus  und der von Wien gesteuerten Gegenreformation. (12,16,35,40).

Die Türken beschäftigten sich  wenig um den Glauben, die Bekehrung zum Islam betrieben sie kaum, und die christlichen Geistlichen konnten ziemlich  frei ihrer Ämter walten.

Die Bekehrung der Magnaten, des ungarischen Hochadels, war für die Reformation von zentraler Bedeutung, weil diese Schulen errichteten, Stipendien stifteten, die reformatorischen Prediger unterstützten und beschützten. In einer Zeit, da weder der eine noch der andere König über  reale Macht verfügte, war die Gunst der Magnaten entscheidend.

Bedeutsam waren in dieser Zeit die Briefe von Philipp Melanchthon an  Peter Perényi und Tamás (Thomas) Nádasdy, er schlug den beiden vor, eine Hochschule zu gründen.

Unter den Prälaten schlossen sich der neuen Richtung die beiden Bischöfe aus Neutra  (Nyitra) Stefan(István) Podmaniczky und Franz (Ferenc) Thurzó an, ebenso die Zipser Pröpste Johann, (János) Lomnici Horváth und Franz( Ferenc) Bácsi, der  Fünfkirchener (Pécs) Ordinarius Andreas (András) Dudith, und sein Kollege aus Großwardein (Nagyvárad ,Oradea) ,Franz  (Ferenc)Rédei. (16,29,40)

Die wichtigsten Personen und  Glaubensbekenntnisse der Reformation in Oberungarn: Wolfgang Schustel bekam seine erste Pfarrstelle 1523 in Bartfeld (Bártfa,Bardejov). Sein Lebensweg ist interessant und widersprüchlich: Er war von 1524 bis 1528 Pfarrer in Bartfeld (Bártfa, Bardejov),seine radikalen Erneuerungsvorschläge wurden nicht angenommen. Ab 1529 war er in Görlitz,  Schweidnitz und Hirschberg und seit 1535 ist er wieder in Görlitz, dort starb er an der Pest. Laut Csepregi der eigentliche Reformator von der Stadt Bartfeld (Bártfa, Bardejov) war Esaias Lang (1504-1578) der aus Mähren( Iglau, Jihlava) mit seiner Familie kam. Gegen seine Einsetzung protestierte vehement Ferdinand II.

Nach ihm kam etwa 1540 Michael Radaschinus (Radaschin 1510-1566, Familienname: Liburnus, mit kroatischer Herkunft) der selbst in Wittenberg studierte. Nach seiner Ankunft begann Radaschinus mit der Neuordnung des evangelischen Lebens in Bartfeld (Bártfa, Bardejov) und wurde dort erster Superintendent (5,12,26,).Er arbeitete mit Leonhard Stöckel zusammen.

Leonhard Stöckel(1510-1560) aus Bartfeld (Bártfa,Bardejov),der spätere „Praeceptor  Hungariae“. Sein Lebensweg ist gut dokumentiert. Seine Eltern sorgten für eine humanistische Ausbildung, ab 1522 in Kaschau (Kassa, Košice) später in Breslau. Seine Lehrer waren erst  Valentin Eck, seit 1522 der englische Humanist und Dichter Leonhard Cox, ein begeisterter Erasmianer, in Breslau lehrten ihn zusätzlich Andreas Winkler und Johann Metzler.

Cox wirkte erst in Leutschau (Lőcse, Levoča), später in Kaschau (Kassa Košice). Er war  Kommilitone von Philipp Melanchthon an der Universität Tübingen). Cox berichtete über Leonhard Stöckels Freundschaft zu Melanchthon, unter seinem Einfluß immatrikulierte sich Stöckel am 18. Oktober 1530 (15,16,25, 48,49)  an der Universität Wittenberg und blieb ein Jahrzehnt in der Umgebung der Reformatoren. Er wirkte in der Schule in Eisleben, später erneut in Wittenberg und vermittelt durch Melanchthon als Privatlehrer am kursächsischen Hofe. 1539 war ein Wendepunkt in seinem Leben, mit Empfehlungen von Luther und Melanchthon kehrte er nach Bartfeld (Bártfa,Bardejov) heim, um dort das Reformationswerk in Angriff zu nehmen. Nach Vorbild der Wittenberger richtete Stöckel  ein dreistufiges  Schulsystem  ein (48,49). Über seine pädagogischen, humanistischen und theologischen Werke gibt es  eine aktuelle Zusammenfassung (Schwarz 48,49).

1530/31 Wintersemester  Immatrikelbuch der Universität Wittenberg.

Simon Transiluanus Cassouiensis.
Simon Transiluanus Cassouiensis. (okt. 17.) 1,140b, 27. III. 814.

Leonhardus Stöeckel Bardfensis hungarus. B 8

Leonhardus Stockel Bardfensis hungarus. 1,141a, 18. III. 814.

Benedictus Blasij transiluanus.
Benedictus Blasij transsiluanus. 1,141b, 12. III. 814.

Demetrius Cydae (Csuda) de Coris vngariae. B 9
Demetrius Cydae de Coris vngariae. 1,141b, 13.

Emericus Osorinus ex hungaria. B 9
Emericus osorinus ex hungaria. 1,141b, 14.

In Kesmark (Késmárk Kežmarok), Eperies (Eperjes,Prešov), Leutschau (Lőcse, Levoča) und Zeben (Kisszeben, Šabinov), später in den oberungarischen Bergstädten haben die Schulen das Stöckelsche Lehrprogramm übernommen. In Kürze entstanden etwa fünfzig Trivialschulen in Oberungarn, deren Name vom „trivitum“ der Fächer Grammatik, Rhetorik und Logik abzuleiten ist. In der ersten Klasse lernten die Schüler Lesen, Schreiben und die Grundkenntnisse des evangelischen Glaubens, in der mittleren  Klasse machten sie vorwiegend  grammatische Übungen (Cicero und Terentius), in der dritten Klasse lernten sie Philosophie, Mathematik und Griechisch, Latein, Deutsch und Ungarisch.

Die Stadt Bartfeld (Bártfa,Bardejov) wurde das ungarische Wittenberg und Leonhard Stöckel bekam die Ehrenbezeichnung „Praeceptor Hungariae“,

Die Schule in Bartfeld (Bártfa,Bardejov) wurde europaweit bekannt. Antal Verancsics, der Erzbischof von Eger (Erlau), schickte seinen Neffen Jeromos Domitius zu ihm. Laut Christian Scheseus kamen viele Schüler aus Schlesien, Polen, Böhmen, Mähren, Österreich, Siebenbürgen, Russland und Preußen.

Bisher zählte zu seinem Hauptwerk „ die Confessio Pentapolitana“ (1549),  das lutherische Glaubensbekenntnis  der  fünf Oberungarischen Städte:Bartfeld (Bártfa,Bardejov), Leutschau(Lőcse, Levoča)  Eperies ( Eperjes, Prešov), Zeben(Kisszeben, Šabinov), Kaschau (Kassa, Košice).

Laut Sólyom  (53) und Max Suda (54), neuerdings  auch Zoltán Csepregi (9,29) ist Stöckel  nicht der Autor dieses Werkes. Nach Schwarz wäre die Confessio eine Kooperation   des ersten Superintendenten in Bartfeld (Bártfa,Bardejov), Michael Radaschin (1510-1566),der Vorsitzender der Synode war mit Leonhard Stöckel (48,49)

Das Original ist verloren gegangen. So stammt der Erstdruck (ungarisch, lateinisch und deutsch) von 1613  aus Kaschau (Kassa, Košice) und untermauert die konfessionellen Ansprüche der Protestanten, die von König Ferdinand I. anerkannt wurden.

Die slowakische Ausgabe stammt vom Ende des XVIII. Jahrhundert.

5.AbbildungConfessio pentapolitana

Wichtigste Schüler von Leonhard Stöckel in Bartfeld(Bártfa,Bardejov)  waren: Georg Purkirchner (1530-1577), Martin Rakovsky (1535-1579) und Christian Scheseus (1535-1585). Laut Scheseus gab es noch weitere Schüler.

Die Stadtverwaltungen und die Schulen wollten immer die besten Lehrer  enga-gieren. So war z.B. auch L. Stöckel ein Jahr lang in Kesmark (Késmárk Kežmarok), neben Erasmus Krossenssky. Oft wurde Philipp Melanchthon  bei Stellenbesetzungen um Rat gefragt.

Die“ Confessio pentapolitana“ bildete die Grundlage für die lutherischen Glaubensbekenntnisse der 7 oberungarischen Bergstädte. 1559 verfasste der Schemnitzer Pfarrer M. Cubilarius auf deren Grundlage die „Confessio Heptapolitana seu Montana“ das lutherische Bekenntnis der Oberungarischen Bergstädte Kremnitz, Schemnitz,Neusohl,Libethen,Pukkantz Königsberg und Dilln.

6. Abbildung Confessio Heptapolitana seu Montana

Und noch einmal 10 Jahre später verfassten der Zipser Neudorfer Pfarrer Megander und der Kirchdraufer Pfarrer Obsopäus die Confessio Scepusiana, das Glaubensbekenntnis der 24 Zipser Städte, das auch von der Fraternität der Zipser Geistlichen befürwortet wurde(16,19,29).

Der Briefwechsel zwischen den Städten Bartfeld (Bártfa,Bardejov),Schemnitz (Selmecbánya Banská Štiavnica) , Kremnitz (Körmöcbánya, Kremnica), Kesmark ( Késmárk Kežmarok) und Philipp Melanchthon  ist  ausführlich dokumentiert (25,26,45,46).

7. . Abbildung Confessio Scepusiana

Die positive Entwicklung wurde  durch eine gemäßigte Politik Ferdinand I. (1558-1564) gefördert, der sich für die Einführung des Laienkelchs und der Priesterehe einsetzte, und besonders Maximilans II. (1564-1576), der sogar mit Melanchthon im Briefwechsel stand. Vom hohen Adel in Ungarn  waren nur noch 3 Familien  katholisch. Mit Rudolf II. (1576-1608) wendete sich das Blatt. Er wurde in Spanien von Jesuiten erzogen und wollte alles rückgängig machen! Der Wiener Frieden am 23. Juni 1606 gewährte  jedoch allen Ständen die freie Religionsausübung. Dieser Friedensschluss bildete in den folgenden Jahren die Grundlage für die Behauptung des Luthertums in Oberungarn.

 Die protestantischen Schulen erreichten  ein hohes pädagogisches Niveau, sodass ihre Lehrer und Absolventen nach dem Ausbau des jesuitischen Schulwesens in Ungarn  für die geistige Auseinandersetzung gut gerüstet waren. Die bekanntesten evangelischen Schulen gab es in  dieser Zeit in Preßburg, Bösing, Modern, Kremnitz, Schemnitz, Neusohl, Kesmark, Leutschau, Bartfeld, Eperies, Kaschau, und ein großer Teil der reformierten Lyzeen waren ursprünglich evangelisch( z.B. Sárospatak, 16,22,32)

Eine wichtige Persönlichkeit der oberungarischen Reformation war Matthias Thoraconymus ( Matej (Mátyás) Kabát), 1550- bis 1593?)  Er wurde in Briesen (Brezno,Breznóbánya) geboren und  besuchte die Schulen in Igló (Zipser Neudorf, Spišská Nova Ves) und in Bartfeld (Bártfa,Bardejov). Er lernte Deutsch, Ungarisch,Latein,Griechisch und Hebräisch und wurde Lehrer in Bartfeld, war  von 1571 bis 1578  Lehrer und Rektor des Kesmarker Gymnasiums, 1578/79 Schulrektor in Kaschau (Kassa, Košice). Er gehörte zu den  führenden Persönlichkeiten der kirchenpolitischen Bewegung  in der Zips(Szepesség, Spiš ) und  war Anhänger von Philipp Melanchthon.

In  Ungarn gab es keine Bilderstürmer, die über 500 Flügelaltäre wurden nicht zerstört, die Flügel wurden einfach zugemacht!

Auch die Namen der an der Leucorea promovierten Studenten aus Ungarn im XVI. Jahrhundert sind bekannt:

Johann Kresling  war selbst Magister  aus Korpona: 2 Schüler von ihm kamen als Magister aus Wittenberg zurück: M. Rosenmann und G. Saltzbanck.

Aus Bartfeld (Stöckel): Georg Purkircher, Martin Rakovsky, Benedek Ilosvai, Paul Kertz, Lukács Szántai.  Valentin Wagner war selbst Magister, aus seiner Schule (Kronstadt) kamen zwei Schüler - G. Wolf und J. Auner  - als Magister aus Wittenberg zurück.

Christoph Preyss  aus Preßburg wurde Ordinarius in Frankfurt/Oder und Königsberg)

Simon Bogner (Jüterbog), Andreas Stübner (Danzig),

István Gálszécsi: Magister. Valentin Wagner(Kronstadt), Lukas Ungler 1572    wurde zum  ersten Bischof der sächsisch-evangelischen Kirche  gewählt.    Zsigmond Gyulai Tordai 1544 Magister in Wittenberg, er wurde  Mitglied des Collegium Philosophicum, wie Valentin Leiner (Kremnitz).

 Vitus Balsaráti, Georg Purkircher, Paul Kertz hatten später in Italien Medizin       studiert, kehrten nach Ungarn zurück. Laut Àgnes Ritoók Szalay (43,44) haben die Studenten aus Ungarn im XVI. Jahrhundert insgesamt 29  Magistertitel erworben.

Die Korrespondenz von Philipp Melanchthon nach Ungarn ist fast vollständig bekannt, genauso die persönlichen Empfehlungen und  Widmungen an seine Studenten. Leider ist ein großer Teil dieser Dokumente  nicht  im heutigen Ungarn zu finden, sondern In der Bibliothek des evangelischen Lyzeums in Kesmark(Késmárk, Kežmarok), in der Csaplovics Bibliothek in Alsókubin (Dolný Kubin, Unter Kubin), oder im Archiv der evangelischen Gemeinde in Leutschau (Lőcse,  Levoča ,27,28)

Die ehemaligen Franziskanermönche und die  südliche  Reformation  in Ungarn.

Imre Ozorai (?-?). Er studierte erst in Krakau, dann in Wittenberg, er wirkte als Reformator in den 1530er Jahren in den Komitaten Békés, Bihar und Zaránd.  Er ließ mit Unterstützung der Drágffy-Familie eine Streitschrift gegen  den Anti-christ veröffentlichen, in der die Türken als gefährlich bezeichnet wurden.

Benedek Abádi Dinper studierte 1533 in Krakau, 1535 war er  Drucker und Leiter in der Orthographia in der Druckerei von Sárvár-Ùjsziget bei Palatin Tamás (Thomas) Nádasdy. Er druckte 1541 das Neue Testament in der ungarischen Sprache, übersetzt von János Sylvester. Er ging zuerst nach Wittenberg (1543/44) und  wirkte dann  in Szeged als Drucker und  Pfarrer  bis 1552.

Gergely Szegedi (?-1566) studierte 1556 in Wittenberg. Ab 1557 war er in Debrecen  als Wortführer der Reformation tätig. Er predigte gegen die Türken.

Lörinc  Szegedi(?-?) 1567 ging nach Wittenberg und wurde durch sein  Drama „Theophania“ berühmt. Später war er in Békés, Szatmár und Abaújszántó tätig.

Mátyás Tövisi (?-1551) war 1545 bis 1548 Reformator in Tolna. Zwischen 1546-und 1549 studierte er in Wittenberg, später wirkte er wieder in Tolna.

Imre Eszéki-Szigeti (?-?) war auch unter den Namen Mirko Ciger, und Emericus Zigerius bekannt. Er war protestantischer  Prediger und Übersetzer,1544 und 1545 weilte er als Student in Wittenberg. 1545-1546 war er Prediger inTolna, später  Lehrer in Kálmáncsehi und Vörösmart. 1549- bis 1552 war er an der Schule von Tolna.1549 schrieb er einen Brief an Matthias Flacius und stellte die Situation    der Christen und die Ausbreitung des Evangeliums in Baranya (Baranja, Slawonien) dar.

István Kopácsi (?-1568) studierte 1535 in Wien,1542 in Wittenberg. Später unterrichtete er in Siklós, in Erdöd, Nagybánya und in Sárospatak im Dienst der Familie Perényi . Er wurde helvetisch (helvetische Richtung)und Propst in der Superintendentur Gömör-Kishont.

András Szkhárosi Horvát (?-?) Zwischen 1542 und 1549 war er Reformator in Tálya Er war  antikatholisch und antitürkisch.

Lajos Szegedi (?-1587) Studium 1525 in Krakau,ab 1541 in Stuhlweißenburg, Kraszna,Dés, Klausenburg und Torda. Nach seinem Konfessionswechsel wurde er Unitarier.

István Eszéki (?-?). Nachfolger von M. Sztárai in Tolna( 1558-1565).Studierte 1557 in Wittenberg.

Mihály Szeremlyéni (?-?)stammte aus Syrmien (Szerémség, Sremska).Er  lebte in Kanizsa und war der erste, der ein geistliches Lied im Geist der Reformation in schrieb.

Mihály Siklósi (?-?) immatrikulierte sich 1529 in Wittenberg. Um 1540 war er in Sátoraljaujhely,dann in Siklós tätig.

Márton Kálmáncsehi Sánta (Ende des 15, Jhds-1557).Er war der Leiter der ungarischen Bursa an der Universität Krakau. Später tätig in Mezötúr und Sátoraljaújhely, wurde Pfarrer in Debrecen.

Mihály Sztárai (Michael Starin)(1500?-1575). Begann  sein Studium in Sárospatak und setzte es in Padua fort. Ab 1544 trat er als Anhänger der Reformation in Laskó in Slawonien( heute Kroatien) auf und organisierte mehr als 120 reformierte Gemeinden. Er ging 1553 nach Tolna, dort arbeitete er mit István Szegedi zusammen. Ab  Dezember 1561 bei Gábor (Gabriel) Perényi  in Sárospatak. Hier wurde er einer der Gründer des Kollegiums. 1567 ließ er sich in Pápa nieder. Er  war  Schriftsteller und veröffentlichte Psalmenparaphrasen. Er verfasste selbst mehrere Kirchenlieder und führte das Psalmensingen  in den Gottesdienst ein. Einige Melodien, die er zu Psalmen komponierte, sind auch heutzutage in den Gesangbüchern der reformierten Kirche in Kroatien und Ungarn enthalten.

Aus dem Immatrikelbuch Univeristät Wittenberg in Bezug auf Dévai Biró

1529/30 Wintersemester

Matthias Biro de Way (Dévai) Hung. B 7

Mathias Biro de Way 3 Decem. Hung. 1,137b, 22.

Gregorius Johannis Debrecinus Hung. B 7
Gregorius Johannis Debreczinus Hung. dec. 3. 1,137b, 23.

Joannes Daxs ex Newsidell. B 7
Joannes Daxs ex Newsidell márc. 21. 1,138a, 29.

Mgr. Egidius Faber Cremnicen. B 8
Mgr. Egidius Faber Cremniccen. ápr. 2. 1,138b, 3.

 Mátyás (Matthias) Dèvai Biró (1500-1545). „Der ungarische Luther“

Schüler von Grynaeus in Buda( Ofen).1523-1525 Studium in Krakau. 1526 wurde er Franziskanermönch. Seit  dem 3.Dez 1529 Student in Wittenberg, hier im Kreis von Luther und Melanchthon.1531 wieder in Ofen. Dort schrieb er seine 52 Thesen. Pfarrer in Kaschau(Kassa, Košice), hier feierte er erstmals ein evangelisches (reformiertes) Abendmahl. Er landete  in Wien im Gefängnis. Der katholische Bischof Johan Farber konnte ihn auch nicht überzeugen, nach drei Versuchen wurde er entlassen( konnte entfliehen?).  In  Ofen (Buda) wurde er 1533/34  erneut eingekerkert. Dévai ging 1535 erneut  zu Tamás (Thomas) Nádasdy nach Sárvár und Ùjsziget . 1536 kehrte er nach Wittenberg zurück, besuchte Luther und Melanchthon.1537 war er in Basel, mit einem Empfehlungsbrief von Ph. Melanchthon ging er nach Németújvár (Güssing) zu Pèter Perényi. In Ùjsziget gründete er eine Druckerei, danach als Pfarrer in Szikszó. Er musste  fliehen. 1541/42 war er wieder in Wittenberg. Blieb bei Melanchthon bis 1543, danach in Miskolc. Von hier musste er  wieder fliehen, er fand bei  der Familie Drágffy eine Bleibe.1544 war er in Kronstadt bei  Johannes Honterus, danach in Debrecen.(35,37)

Stöckel berichtete in einem Brief vom 15.Juni 1545  Ph. Melanchthon über den Tod von Dévai Biró. Er wurde „ungarischer Luther“ genannt. Laut Csepregi: Während seiner Anhörungen in Wien äußerte Dévai Biró die Meinung, dass auch Frauen ordiniert werden sollen, predigen und auch Abendmahl austeilen sollten. Soweit gingen die Reformatoren nicht einmal im Deutschen Reich! ( 5 11,29)

Gál Huszár (Gallus Anaxius) 1512-1575

Hatte  in Krakau studiert. Er sprach Griechisch, Lateinisch, Hebräisch und Deutsch.1553 wurde er aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Er war Pfarrer in Mosonmagyaróvar(Wieselburg-Ungarisch-Altenburg)und Kálnok , er gründete eine Schule. Freundschaft mit dem Drucker Raphael Hofhalterin Wien Gründete eine Druckerei in Mosonmagyaróvár (Wieselburg-Ungarisch Altenburg). 1559 wurde Huszár nach Kaschau eingeladen,um dort eine Pfarrstelle zu übernehmen.  Antal Verancsics, der Erzbischof von Erlau (Eger), ließ  ihn in gefangen nehmen, doch er wurde befreit. In Debrecen arbeitete er nur in seiner Druckerei. Ein  evangelisches Liederbuch und die Arbeiten von Bischof Peter Mèlius Juhász wurden  dort gedruckt. Er musste zweimal fliehen  (1563,1565). Er wurde Bischof und Hofprediger in Komjáti (Liederbuch von Komjáti 1574). Er  starb an der  Pest. Die Druckerei in Pápa wurde von seinem Sohn Dávid  weitergeführt.(16,35)

Als er in Mosonmagyaróvár (Wieselburg-Ungarisch Altenburg)  wirkte, schickte er seine Schüler nach Tolna ( türkisches Einflußgebiet) zu Bischof Mihály Sztárai zur Ordination.

Er schrieb in seinem Brief 1557 an Bullinger nach Zürich: „ die Türken kennen keinen Gefangenen, nur Tote, die Buben bzw. die Kinder verkaufen sie auf dem Sklavenmarkt (Harac) oder bilden sie als neue Elite für sich aus: die Janitscharen.

Andererseits sind die Türken tolerant, sie zwingen niemanden zum Islam. Vorher  haben sie die noch zahlenmäßig geschwächten Klöster ausgeraubt und in Brand gesetzt.

Bemerkung zur Auflösung der Klosterlandschaft in Ungarn: Laut Hervay: Nur in Siebenbürgen sind einige Klöster geblieben, sonst gab es keinen Nachwuchs, oder die  Mönche wurden Anhänger der reformatorischen Lehre (26,35), so lösten sich die Klöster selbst auf. Im türkischen Besatzungsgebiet, wie schon erwähnt, raubten die Türken die Klöster aus und steckten sie in Brand.

János Sylvester(1504-1552)  lernte von 1526-bis 1527 in Krakau, hier machte er Bekanntschaft mit den Thesen des Erasmus Er hat das Doktorat 1534 in Wittenberg  erworben. Ab 1534 stand er im Dienst des Palatin Tamás (Thomas) Nádasdy, hier unterrichtete er und leitete die Druckerei. Ende  1542 bekam er eine „Professur“ an der Universität Wien, obwohl er den Doktorgrad in Wittenberg erworben hatte.

Er unterrichtete Hebräisch und Griechisch. Wichtigste Arbeiten von ihm sind: Die Grammatica Hungarolatina, 1539und die erste Übersetzung des Neuen Testaments, 1541. Er kontrollierte mit philologischer Kritik die Erasmus‘sche Übersetzung und verwendete den originalen griechischen Text.

Mit ihm begann die Kultivierung und Orthographie der ungarischen Sprache und Grammatik.(17,18)

Ferenc Dávid ( Hertel)1510- 1579.Er wurde erst  katholischer Priester, in der Stadt Julia Alba (Gyulafehérvár) schickten ihn zwei Vorgesetzte mit  Hilfe von Mäzenen  an die Leucorea nach Wittenberg. Er kam 1550 zurück nach Siebenbürgen, wurde von den Städten Hermannstadt (Nagyszeben, Sibiu)und Klausenburg(Kolozsvár, Cluj-Napoca) zum Pfarrer gewählt, war dann der erste Bischof der ungarischen evangelischen Kirche in Klausenburg. Er hatte die Abendmahlsthese von den Helvetischen angenommen, konnte aber zwischen den beiden Glaubensrichtungen keine Kompromisse  schließen, so wurde er 1564 der erster Bischof der  ungarischen „helvetischen“(reformierten) Kirche  in Siebenbürgen. Später vertrat er die  antitrinitarische Richtung, und der neue Fürst von Siebenbürgen  Stephan(István) Báthory entließ ihn, so wurde er der Gründer der Unitarischen Kirche in Siebenbürgen. Am Anfang seiner Laufbahn bekannte er sich zum Erbe von Luther und Melanchthon.  (56,60).

Ferenc Dávid war ein Kind des Reformationsjahrhunderts, einer revolutionäre Epoche, die die Gesellschaft und  den katholischen Glauben, also die alte Ordnung, tief erschütterte.

Peter Bornemisza(1535- 1585). Er besuchte die Schule in Kaschau(Kassa, Košice) und wurde wegen seines evangelischen Glaubens oft geschlagen. Dann studierte er in Wien, wurde dort 1559 gefangen genommen, konnte jedoch fliehen und studierte in Padua und  Wittenberg. 1561 kehrte er zurück und  arbeitet im Raum Tyrnau (Nagyszombat, Trnava) für die Verbreitung der reformatorischen Thesen. 1564 Hofprediger bei  der Familie Balassa und Erzieher von Bálint Balassa. Kämpfte gegen Nikolaus (Miklós) Telegdi, der eine führende Persönlichkeit der Gegenreformation war, gegen ihn schrieb er 1577/78 sein Werk  Überlegungen (Fejtegetés.)

1572 Pfarrer  bei der Familie Salm-Eck. 1573 wurde er Bischof im Kirchenbezirk von  Csallóköz-Mátyusföld. Er war ein Kämpfertyp, ein strenger  Kritiker der Gesellschaft und Verfasser von Liedern.

Er richtete seine eigene Druckerei in Semptén  ein und druckte sein Predigerbuch in fünf Bänden. Eine Kommission verbot ihm sein Buch „Ördögi kisértetek“ (Die teuflischen Gespenster) zu drucken. Er wurde  gezwungen, erneut die sichere Ortschaft zu verlassen. Die Familie Balassa versuchte vergeblich.   ihm zu helfen, Ab 1582  lebte er in Rarbok  von Druckarbeiten. Er starb 1585 (52).

Seine Druckerei existierte weiterhin in Galgóc unter Valentin (Bálint) Mantskovits, der aus Polen stammte. Der Superintendent der Stadt Gönc Gáspár Károlyi plante eine vollständige ungarische Ausgabe der Bibel, und er kaufte die „ Bornemisza-Druckerei“ mit Hilfe von Spenden auf und ließ sie  in der Gemeinde Vizsoly neu errichten. Die Arbeit war erst am 20 Juli 1590 vollendet; 700-800  Bibel- Exemplare wurden gedruckt.(16,40).

Die Entstehung der  evangelischen Kirche in Siebenbürgen ist mit dem Namen von Johannes Honterus (1498- 1549) verbunden.

Johannes Honterus erhielt eine gründliche Schulausbildung durch die Domini-kaner.1520 schrieb er sich an der Universität in Wien als Johannes Aust ex Corona ein und erhielt dort Anfang 1525 den Magistertitel als Johannes Holler Coronensis. 1529  bei der Belagerung der Stadt Wien durch die Türken, flüch-tete er nach Regensburg. 1530  schrieb er an der Universität Krakau eine griechische und lateinische Grammatik. Danach verweilte  er als Verlagslektor und Holzschneider in Basel und kehrte im Januar 1533 nach Kronstadt (Brassó,Brașov)  zurück. In Kronstadt richtete  er eine Druckerei ein (die  zweitälteste Druckerei In Siebenbürgen, die erste war 1525 in Hermannstadt (Nagyszeben, Sibiu)  entstanden (6,7,33,34).

Zwei evangelische Landeskirchen gehen auf ihn zurück:

1. die evangelische Kirche A.B. in Siebenbürgen (seit 1921 Rumänien) mit deutscher Verkündigungssprache (Bischofssitz von 1572 bis 1876 Birthälm (Berethalom,Biertan) danach  in Hermannstadt (Nagyszeben, Sibiu).

2. die ungarische evangelische Kirche in Siebenbürgen(Bischofsitz Klausenburg, Kolozsvár, Cluj-Napoca).

Honterus ist der Verfasser des Reformationsbüchleins für Kronstadt (Brassó,Brașov) und Burzenland (Barcaság)  1543,  auf ihm beruhte die „Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbürgen“ (1547) und von der „Sächsischen  Nationsuniversität“-  der obersten politischen Behörde der Siebenbürger Sachsen-, die im Jahre 1550 als allgemein verpflichtend beschlossen wurde.

Auf die Wirkung  seines Reformationsbüchleins geht die Reformation in ganz Siebenbürgen zurück!

Im Landtag von Karlsburg (Gyulafehérvár, Alba Iulia ) 1543 konterte Honterus  erfolgreich im  Streitgespräch  gegen Frater György.

Dr. Martin Luther würdigte dieses Büchlein und Philipp Melanchthon selbst gab das Reformationsbüchlein von Honterus 1543 in Wittenberg mit einer eigenen Vorrede neu heraus. Honterus stand mit den beiden im  persönlichen Kontakt.

Er war Schulpolitiker, Kartograph,( 1532 gab er die erste Landkarte von Sieben-bürgen heraus: „Chronographia Transylvaniae  Sybembürgen“ in Basel), Pfarrer und Verleger. Die Grundzüge der Weltbeschreibung von Honterus in ihrer Endfassung   1542 waren jahrzehntelang ein europäischer Bestseller. Im Zuge der Reformation von 1543 wurde der Gottesdienst in der Muttersprache eingeführt. In  Kronstadt  bekamen die Ungarn die Peter- und Pauluskirche in der Klostergasse zugewiesen, für sie wurde ein eigener „ungarischer Prediger“ eingesetzt. Auch die Altgläubigen(Katholiken) waren geduldet.

Wichtig sind seine schulpolitischen Entscheidungen und Schriften: 1543 verfasste er die „Constitutio scholae Coronensis“. Im Jahre 1544  war erstmals  eine Mädchenschule in Kronstadt erwähnt, so dass die Anfänge der Bildung für Mädchen wohl auch auf Honterus zurückgehen.

Er unterstützte die begabten Schüler, Stipendien wurden vergeben.

1544 veröffentlichte  Honterus  im Auftrag der Sächsischen Nationsuniversität das „Handbuch des bürgerlichen Rechts, gesammelt zum Gebrauch der sächsischen Städte und Stühle in Siebenbürgen“. Dieses  Gesetzbuch war  40 Jahre lang gültig, bis es im Jahre 1583 zum „Eigen Landrecht der Sachsen in Siebenbürgen“ von  Matthias  Fronius (1522-1588) –war ein Schüler von ihm- erweitert wurde.

Albert Huet (1537-1606),  der  Sachsen Graf, fuhr mit einer Delegation nach Krakau, wo Stephan (István)  Báthory, Fürst  von Siebenbürgen (1571-1586) und polnischer König (1576- 1586) , das Gesetzbuch bestätigt und genehmigt hat. Dieses Gesetzbuch galt  für die Sachsen in Siebenbürgen bis 1876.

In der Geschichte der siebenbürgischen Reformation nimmt Klausenburg (Kolozsvár, Cluj-Napoca)eine überzeugende Rolle ein (5,54). In dieser Stadt lebten Magyaren und Deutsche. Die Stadtrichter wurden ab 1458  abwechselnd gewählt. Einmalig ist, dass  ab 1526 an öffentlichen Gebäuden die Inschriften zweisprachig oder in lateinischer Sprache angebracht wurden.

Die Reformation wurde in Klausenburg (Kolozsvár, Cluj-Napoca) durch den humanistisch gebildeten Pfarrer Adrian Wolfhard  vorbereitet. Er gehörte dem Wiener Humanistenkreis um  Celtis an. Sein Nachfolger war der siebenbür-gische Sachse Kaspar von Helth (Heltai Gáspár), der 1543 im Auftrag von Johannes Honterus das Reformationsbüchlein nach Wittenberg  gebracht hatte. 1544  kam er als Prediger an die Pfarrkirche in Klausenburg, 1551 führte er mit Hilfe des Magistrats die Reformation lutherischer Prägung  mit Literatur und Buchdruck ein. Er konnte auch die aus Temesvár (Temeschwar,Timișoara) seit 1552  vor den Türken geflüchtete ungarische  Leserschaft für die Reformation gewinnen. Die Zahl der ungarischen Bevölkerung wuchs von Jahr zu Jahr. Er selbst lernte die ungarische Sprache, und seit 1551 schreibt er seine Werke ungarisch.  Kaspar von Helth  (Heltai Gáspár)versammelte zur Übersetzung des Alten und Neuen Testaments um die Druckerei eine Gruppe von gelehrten Männern. Zwischen 1551 und 1565  gab die Druckerei neun Bücher des Alten Testaments aus der Feder des ungarischen Predigers István Gyulai, Schulmeister István Ozorai und Gergely Vizaknai  sowie das Neue Testament in Helths  eigener Übersetzung heraus. Sehr wichtig war die ungarische Ausgabe des Kleinen Katechismus von Martin Luther, 1550,  und des „Trostbüchleins“ von Johann Sprangenberg 1551. Sie dienten der raschen Verbreitung des Wittenbergischen Ideenguts im Kreise der ungarischen Bevölkerung.

Trotz der von Ferdinand I. eingeleiteten Restaurationsversuche machten Stadtpfarrer Helth, der Schulrektor David Ferenc sowie der deutsche und ungarische Oberrichter der Stadt den Reformationsprozess In Klausenburg (Kolozsvár, Cluj-Napoca) unumkehrbar.

Den von David diktierten Bekenntniswechsel trug Helth konsequent mit: 1559 trat er zum Calvinismus, 1568 zum Antitrinitarismus über. Um diese Zeit gab es in der Stadt Klausenburg (Kolozsvár, Cluj-Napoca) heftige Auseinanderset-zungen  zwischen Calvinisten und Antitrinitariern.

Die Ansiedlung der Jesuiten in Kolozsmonostor (bei Klausenburg) und ab 1581 in der Stadt bedeutete das Beginn der Rekatholisierung, gesteuert von dem spanischen Jesuit Alfonso Pisa aus Krakau. Also etwa nach 60 Jahren  kam die Antwort auf die protestantische Lehre (16).

 Anfang des  17. Jahrhunderts kam es zu neuen religiösen Unruhen während des „langen Türkenkrieges“ und des Bocskai Aufstand.

Der nächste Prinz Gábor (Gabriel) Báthory betrieb eine Annäherung Siebenbürgens  an die Habsburger.  Am  21 Oktober 1613  wurde Gábor  (Gabriel) Bethlen mit dem Einverständnis der türkischen Porta zum Prinzen von Siebenbürgen gewählt. In den letzten 25 Jahren vor ihm gab es kriegerische Auseinandersetzungen in Siebenbürgen, die Einwohnerzahl sank!

Er hatte die Macht des Prinzen, die Zentralmacht  gestärkt,  die Rechte der „Sächsischen Nations-Universität“ wiederhergestellt, 1610 die Sanktionen  gegen die Katholiken in Siebenbürgen  aufgehoben. Nach Verhandlungen am 6. Mai 1615 wurde er als Prinz von Siebenbürgen von Wien anerkannt und unter seiner Herrschaft kamen die religiösen Gegensätze in Klausenburg (Kolozsvár, Cluj-Napoca) zur Ruhe. Er wurde der Verbündete der Böhmischen Stände. Er hatte  die Lage   Siebenbürgens  in jeder Hinsicht mit seiner merkantilistischen Wirtschaftspolitik stabilisiert.

Nach der gewaltigen Rekatholisierung im XVII und XVIII Jahrhundert sank  die Zahl der  Protestanten im Karpatenraum. Nach dem Toleranzpatent von Leopold I. (Landtag 1681 in Ödenburg, Sopron) dürfen die Evangelischen an 24 Ortschaften Holzkirchen bauen. Die Rekatholisierung  ging aber noch härter, weiter.

Nach dem Toleranzpatent von Kaiser Josef II. 1781 durften die Nichtkatholiken, wenn sie 500 Seelen oder 100 Familien stark waren,  eine eigene Gemeinde bilden und mit bestimmten Einschränkungen Kirchen bauen.

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47.Schorlemmer Fr.: Philipp Melanchthon.“ Zum Gespräch geboren“. Stefan Rhein/ Johannes Weiß (Hg.) Melanchthon neu entdeckt. S 56-85. Quell Verlag, Stuttgart, 1997. ISBN 3-7918-1720-5

48.Schwarz  K. W.: Leonhard Stöckel (1510-1560) - „Lumen et Reformator Ecclesiarum Superioris Hungariae“ In: Deutsche Sprache in der Slowakei. Hg: Lehrstuhl für Germanistik, Philosophische Fakultät, Universität der Hl. Cyril und Method, Trnava. Verband der Deutschlehrer und Germanisten in der Slowakei. Trnava-Bratislava, 2009. S 313-335.

49.Schwarz  K. W.: Leonhard Stöckel (1510-1560) - „Lumen et Reformator Ecclesiarum Superioris Hungariae“ - ein Melanchthon Schüler als Schul- und Kirchenreformer im Karpatenraum. In: Karl W. Schwarz , Von Leonhard Stöckel bis  Ruprecht  Steinacker.  S 13-27. Weidler  Buchverlag,  Berlin, 2014.      ISBN-13: 978-3-896-93603-5, ISBN 10: 3-896-93603-4

50.Schwob U. M.: Der Offener Humanistenkreis der Königin Maria von Ungarn. In: Südostdeutsches Archiv, (17/18.) S. 50-73. 1974/75.

51.Schwob U. M.: Melanchthon Philipp. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd.3. Hg. Mathias Bernath/Felix von Schroeder. München, 1978. S 153-155. (Onlineausgabe)

52.Schulek Tibor.: Bornemisza Péter 1535-1584. Sopron-Budapest-Győr, 1939. (A keresztyén igazság könyvtára.)

53.Sólyom J., Csepregi Z.: Az Ötvárosi Hitvallás. Theologiai Szemle, 42: 283-294. (1999).

54.Suda M. J.: Wer verfasste die Confessio Pentapolitana? In: Miscellanea Anno 2000. Acta Collegii Evangelici Presoviensis,  9: 2001. S 18-23.

55.Szabó A.: Coetus – natio – respublica – politia – societas – congragatio – collegium – gens (a wittenbergi magyar diákegyesület az újabb kutatások fényében, 1555-1613). Irodalomtörténeti Közlemények  2011. 115. évf. 2.       S 229-234.

56.Szász J.: Dávid Ferenc és a lutheri reformáció. (Ferenc Dávid und die lutherische Reformation) S 150-164. In.: Tanulmányok a lutheri reformáció történetéből. Luther Márton születésének 500. évfordulójára. (Studien zu der lutherischen Reformation). Szerkesztő/Redakteur: Fabiny Tibor. Hg: A Magyarországi Evangélikus Egyház Sajtóosztálya,  Budapest, 1984. ISBN 963 7020  48 9

57.Szigeti J.: Luther  és Werbőczi találkozója (Die Begegnung zwischen Luther und Werbőczi)  S 195-206. In.: Tanulmányok a lutheri reformáció történetéből. Luther Márton születésének 500. évfordulójára. (Studien zu der lutherischen Reformation). Szerkesztő/Redakteur: Fabiny Tibor. Hg:  A Magyarországi Evangélikus Egyház Sajtóosztálya,  Budapest, 1984. ISBN 963 7020  48 9

58.Tózsa Rigó A.: Kegyesség és hitújitás: a reformáció megjelenésének nyomai az 1529-1557 közötti pozsonyi végrendeletekben.  Előadás 2006. ápr. 18. Szeged

59.Tózsa Rigó A.: A reformáció hatásai a polgári végrendelkezés gyakorlatában, pozsonyi és bécsi források példáján.  http://www.uni-miskolc.hu/~egyhtort/     cikkek/tozsarigoattila.htm

60.Zoványi J.: Magyarországi protestáns egyháztörténeti lexikon. 3. jav. bőv. kiad. Szerk. Ladányi Sándor. Kiad. a Magyarországi Református Egyház Zsinati Irodájának Sajtóosztálya, Budapest, 1977. Elektronikus változat: http:// digit.drk.hu/

Der Autor bedankt sich für Hinweisen und Korrekturen  bei Frau Prof. Dr. Jutta Hausmann (Budapest), bei Herrn Prof. Dr. Zoltán Csepregi (Budapest) und nicht zuletzt bei Herrn Dr. Stefan Rhein (Lutherstadt/Wittenberg und bei Ehepaar Zeltner(Rettenschöss)