Művelődés-, Tudomány- és Orvostörténeti Folyóirat
2016/12           ISSN: 2062-2597
Cím: In memoriam of Prof. Dr. Károly Méhes (1936-2007)

Title: In memoriam an Prof. Dr. med Károly Méhes (1936-2007).
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Szerző(k): Prof. Dr. Makovitzky József - Universität Heidelberg/ Freiburg
Rovat: A modern orvostudomány története napjainkig
Kötet: 2016/12
DOI: DOI: 10.17107/KH.2016.12.98-105
Kulcsszavak:
Méhes syndrome, medical genetics, pediatrics, university teacher, Mdical School of the University Pécs
Keywords:
Méhes- Syndrom, medizinische Genetik, Pädiatrie, Hochschul-lehrer, medizinische Fakultät der Universität Pécs.
Abstract:

Prof. Dr. Károly (Charles) Méhes, director of the Department of Pediatrics, University of Pécs between 1987-1997, was an enthusiastic researcher and a charismatic university teacher. His personality could be characterized by the triad of: a firm expedience in reseach, respect to other persons, and modesty.

His epigraph handed down also to his coworkers was: Promote by calling. He obtained a high reputation among pediatricians and medical geneticists all over the World. In 1911 he was honoured by the dedication of a syndrome to his name. The Méhes syndrome is characterized by: delayed speech - facial asymmetry - strabismus -and ear lobe creases. In the last decades he is the only Hungarian researcher receiving such a high posthumous merit. His name is kept for the future by a postgraduate genetic course and a young scientists' research grant.


Geboren wurde Károly Méhes am 22. Februar 1936 in Budapest. Sein Vater Dr. Gyula Méhes wirkte damals im biologischem Institut der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie in Tihany. Nach der Rückkehr eines Teils von Partium und  Nord-Siebenbürgen zu Ungarn, nach dem zweiten Wiener Schiedsspruch 1941, ging er in die  alte Heimat zurück an die Universität Klausenburg, um eine Professur  zu übernehmen. Dieses Intermezzo war von kurzer Dauer. 1944 wurde Ungarn selbst Kriegsschauplatz, als Verbündeter des Deutschen Reiches, so dassFamilie Méhes über Budapest nach Pécs fliehen musste. Als Professor Dr. Gyula Méhes sich weigerte, den Lehrstuhl für Pharmakologie an der medizinischen Fakultät der Universität Pécs zu übernehmen, (der Lehrstuhlinhaber für Pharmakologie Prof. Dr. Géza Mansfeld, dessen Eltern schon Kirchenvorsteher, in der evangelischen Gemeinde A Bin Pécs waren, wurde nach Auschwitz deportiert wurde Prof. Dr. Gyula Méhes kurzerhand zum studentischen Begleiter in Halle an der Saale ernannt (3,20). Vorausgegangen war, dass der Absprungversuch von Reichverweser Miklós (Nikolaus) Horthy am 15 Oktober 1944 scheiterte. Nach der Machtübernahme der Pfeilkreuzler am 21. Oktober 1944, kam die allgemeine Mobilmachung und die Aussiedlung der zukünftigen Elite, der Studenten Anfang Dezember 1944 nach Deutschland. (5,7)

Nach dem Zusammenbruch am 8. Mai 1945 von München fand Familie Méhes den Weg wieder nach Pécs, wo der Vater den Lehrstuhl der Pharmakologie übernahm.

Károly Méhes absolvierte die ersten zwei Klassen in Klausenburg, die dritte Klasse in Halle an der Saale und in München.

Er maturierte 1954 in Pécs. Interessant ist, dass er nie Medizin, sondern Chemie an der TU in Budapest studieren wollte. Dort wurde er jedoch nicht angenommen und  kam so an die Medizinische Universität Pécs. (10)

Auf Anregung von Professor Dr. György Romhányi durfte er schon als Medizinstudent polarisationsoptische Untersuchungen über das Vorkommen des Sex-Chromatin-Körperchens (Barr body) bei verschiedenen Tumoren durchführen. Unter Anleitung von Romhányi und Jobst analysierte er normale und pyknotische Ruhekerne. Diese Studien konnte er als Assistenzarzt von 1960-1964 in Richtung Zellzüchtung und Karyotypisierung erweitern (21,22). 1964 wechselte er an die Kinderklinik, wo er seine Weiterbildung zum Pädiater absolvierte und zusätzlich von Professor Dr. Ödön (Edmund) Kerpel-Fronius mit dem Aufbau eines Chromosomenlabors beauftragt wurde. Nachdem er dies trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit Erfolg organisiert hatte, blieb die klinische Genetik das Hauptgebiet seiner wissenschaftlichen Arbeit. (7)

Von 1973 bis 1987 war er Chefarzt einer der größten Kinderkliniken des Landes im Komitatskrankenhaus von Györ (Raab), Lehrkrankenhaus der Semmelweis Universität Budapest. In dieser Zeit hat er 80 wissenschaftliche Arbeiten verfasst; etwa die Hälfte davon wurde in Peer Review-Journals veröffentlicht. Unter seiner Leitung entwickelte sich diese Abteilung zu einer der modernsten Abteilungen für Kinderheilkunde in Europa. Die Kinder von aus- und inländischen Urlaubern am Plattensee landeten bei ihm in Györ (nicht  im naheliegenden Veszprém, Kaposvár oder in Pécs)

Er bildete zahlreiche gute Ärzte in Györ( Raab) und in Pécs (Fünfkirchen) aus.

Von 1987 bis 1997 war Károly Méhes Direktor der Universitäts-Kinderklinik in Pécs. Er blieb zeitlebens der Morphologie und Pathologie treu: Einerseits hat er sich mit der Chromosomeninstabilität beschäftigt, andererseits mit der klinischen Dysmorphologie und speziell mit den sog. Minor-Anomalien, was ihm hohe internationale Reputation einbrachte.

Méhes war auch Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Seine Habilitationsschrift (1971) trug den Titel „Über den Wert der Sexchromatin-Untersuchungen“, seine DSc Arbeit (1978) war der Früherkennung kongenitaler Entwicklungsstörungen gewidmet. Er war seit 1990 korrespondierendes und seit 1995 ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Von 1996  bis 1999 war er Präsident der Medizinischen Klasse. Seine Leistungen anerkennend wurde er zum Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften und Akademien gewählt, z. B. der Leopoldina (1994) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1995). 1998 wurde ihm die höchste wissenschaftliche Auszeichnung Ungarns, der Graf István Széchenyi-Preis, verliehen. Széchenyi hatte im Jahr 1825 in Pest die Ungarische Akademie der Wissenschaften gegründet. Von der Ungarischen Gesellschaft für Kinderheilkunde erhielt Méhes den Schöpf-Mérei-Preis. 2001 wurde er mit der nach seinem früheren Chef benannten Kerpel-Fronius-Gedenkmedaille geehrt.2004 erhielt den Battthyány-Strattmann-Preis. (3,20)

Anfang Dezember 2006 schrieb Professor Dr. Károly Méhes: „An diesem Wochenende tagt in Bethesda/USA  die „Dysmorphologie-Kommission“, die die neuen Definitionen der „minor anomalies“ formulieren soll.“Ich wurde auch eingeladen, habe aber die Strapazen nicht riskieren wollen und deshalb die Reise abgesagt. Eigentlich schade, immerhin empfand ich die Einladung als Ehre. Schriftlich habe ich jedoch einige Vorschläge gemacht“ (10,13). Diese Zeilen sind charakteristisch für ihn, der einige selten zusammentreffende Eigenschaften in sich vereinte: Beharrlichkeit, Rücksichtnahme und Bescheidenheit. „Fördern durch Fordern“ galt für ihn ebenso wie für seine Mitarbeiter und Schüler. Er starb unerwartet am 20. Januar 2007 im Kreise seiner Familie.

Nicht die teuren Geräte, sondern die Ideen und methodische Vielfältigkeit, kritisches Nachdenken und klare Analyse sicherten ihm die wissenschaftliche Reputation unter seinen Fachkollegen im In- und Ausland. Er erhielt aus der ganzen Welt ein anerkennendes Echo. In der ersten Zeit veröffentlichte er in Deutsch, später zunehmend in Englisch. Seit einem Gastaufenthalt an der Basler Universitätskinderklinik 1968/69 fühlte er sich Professor Dr. G. Stadler und Professorin Dr. Erika Bühler besonders verbunden.

Genetik in der Pädiatrie stand im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Interessen: über 200 Originalarbeiten und Monografien zeugen davon (13).

Der Name Méhes wird im Zusammenhang mit neuen Erkenntnissen zu genetischen Entitäten genannt (OMIM). Méhes arbeitete stets interdisziplinär im Grenzbereich zwischen Pädiatrie und Humangenetik.

Er war ein legendärer und beliebter Hochschullehrer. Stets pflegte er zu sagen: „Ich brauche nur zwei-drei Dias, mehr nicht.“ Sein Credo war: mit den kranken Kindern, Menschen müssen wir immer reden.

Er war sowohl über das Monitoring der  akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) bei Kindern gut informiert( 6,12) als auch über  Rekonstruktionsmethoden der Kinderchirurgie.

Im Mai 2005 hielt Méhes in Sümeg im Rahmen eines Romhányi Gedenksympo-siums der Membran-Transport Gesellschaft ein Referat,  an der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie Anfang September  (11.9.2005) sprach er aus dem gleichen Anlass über die „Minor Anomalien“ (9).

Als emeritierter Professor ging er  wöchentlich noch  zwei Mal in sein altes Institut und als Präsident des regionalen Komitees in Pécs der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie  nahm er weiterhin an mehreren wissenschaft-lichen Sitzungen teil.

Zwei Kollegen schrieben damals, als er unerwartet am 20. Januar 2007 starb: “Wir werden ihn nicht mehr hören und treffen können“ (13).Sein Tod ist ein großer Verlust für die Wissenschaft und seine Familie.

Ich darf mit einem  weiteren Gedanken ergänzen, wir vermissen ihn: seine Menschlichkeit, sein Denken, seine Diplomatie! Der Trauergottesdienst fand in der überfüllten Kathedrale in Pécs  2007 im Februar statt!

Seine Plakette ist in der Aula der medizinischen Fakultät der Universität  Pécs (nach György Romhányi benannt) zu finden.

Seit  Januar 2011 ist ein Syndrom nach Méhes benannt. Es ist durch folgende Hauptmerkmale charakterisiert: verzögerte Sprachentwicklung, Gesichts-asymmetrie,  Strabismus und Ohrmuscheldefekte. Es wird autosomal-dominant vererbt (8).

Noch ein weiteres Syndrom trägt seinen Namen: das Morava-Méhes-Syndrom. Die Betroffenen weisen Defekte im Bereich von Ulna, Radius und Fibula, eine Brachydaktylie, einen Minderwuchs und eine Gesichtsdysmorphie auf (11) 

Aus Méhes’ ehemaliger Abteilung entstand 1997 das Institut für Medizinische Genetik und Kinderentwicklung der Universität Pécs der medizinischen Fakultät, dessen Leiter Prof. Dr. György (Georg) Kosztolányi, auch ein Schüler von ihm war.

Die wissenschaftliche Welt vergaß ihn nicht:  anlässlich seines 75.Geburtstages 2011 hielt Dr. med. Sándor Túri  mit dem Titel ein Referat:“ Die Pathogenese, Symptome und Therapie des hämolytisch-urämischen Syndroms“  auf der Tagung der  Gesellschaft der Ungarischen Kinderärzte in Pécs (01-03.9. 2011). 2015 wurden zum fünften Mal im Rahmen der Festwoche der Ungarischen Wissenschaft nach ihm benannte genetische Weiterbildungstage veranstaltet. Seit 2012 wird jedes Jahr  in Ungarn ein nach ihm benanntes Stipendium, für die  jungen Facharztkandidaten für Kinderheilkunde ausgeschrieben.

Meine persönliche Erinnerungen an Károly (Karl) Méhes

Unsere erste Begegnung fand im Trainingssaal des athletischen Klubs der Universität Pécs (PEAC) statt. Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich mich mit einer „ vernünftigen Sportart“, statt Fußball, mit Fechten beschäftige. Sie besprach  die regelmäßigen Trainingsstunden mit dem Fechttrainer Mihály (Michael) Varga. Er sagte  folgendes: „Ich akzeptiere dich als Linkshändler, du sollst aber pünktlich dreimal pro Woche am Training teilnehmen, nur dann wirst du etwas erreichen. Wie in Ungarn nach dem zweiten Weltkrieg üblich, war der Fechttrainer ein ehemaliger Absolvent der Ludovika-Akademie in Budapest. Er fand dadurch eine Nebenbeschäftigung

Jedes neue Mitglied wurde durch den Trainer vorgestellt und jeder bekam einen Helfer, ein älteres Mitglied des Klubs. Diese Helfer waren für uns Vorbilder, u.a. Károly Méhes, Bálint Szöllösi, Tamás Lajos,Tibor Boros, Antal Kovács. Auch als Gymnasiast blieb ich dem Fechten treu, trotz meiner „Sturm und Drang“ Zeit.

Nach meiner erfolgreichen Matura 1961 versuchte ich in Pécs an der Universität Medizin zu studieren, oder in Budapest einen Platz für Kunstgeschichte zu bekommen. Ich wurde an beiden Universitäten nicht aufgenommen. Mein Helfer beim Fechttraining, der junge Assistenzarzt Dr. med. Károly Méhes, tröstete mich mit folgenden Worten: Du sollst die Flinte nicht ins Korn werfen, ich wurde damals an der TU Budapest, wo ich Chemie studieren wollte, auch nicht genommen und studierte dann Medizin an der Universität Pécs.

Wir verblieben so, dass er sich mit einer vernünftigen Lösung für mich melden wird. Ende August kam von ihm Nachricht, dass das Institut für Pathologie der Universität Pécs einen Präparator braucht, der die Präparate für den Unterricht fertig machen kann. Er erläuterte mir meine zukünftigen Aufgaben, vorausgesetzt, dass ich diese Position annehme. Innerhalb von 24 Stunden musste ich ihm Bescheid sagen.

Am nächsten Tag war es so weit: Károly Méhes stellte mich Herrn Prof. Dr. György (Georg) Romhányi vor: Herr Makovitzky ist ein alter Freund von mir und möchte gerne nächstes  Jahr versuchen, Medizin  zu studieren.

Professor Romhányi fragte mich gründlichaus, woher ich komme, was ich bisher gemacht habe, ob ich es mir mit dem Medizinstudium richtig überlegt habe. Mit der Frage, welche Sprache ich spreche, wechselte er plötzlich die Sprache und sprach deutsch mit mir. Ich bemerkte, dass dieser Mensch konsequent ist, da er mich noch einmal ausdrücklich fragte, ob ich tatsächlich Medizin studieren wolle?

Er sagte mir Folgendes: hier muss ordentlich gearbeitet und gelernt werden und streben Sie gezielt das Medizinstudium noch einmal an.

Was er vorher sagte, bestätigte sich in seinem Zimmer und er zeigte mir auf seinem Schreibtisch liegende Zeitschriften: „Meister. Meine Mitarbeiter und ichmüssen tagtäglich lernen und das tägliche Pensum erwarte ich von allen Mitarbeitern“.

Danach gingen wir zu dritt in den Sektionssaal bzw. in das Museum. In den Regalen standen verschiedene Glasschüsseln mit Organen, die pathologische Veränderungen, wie z.B. Herzinfarkt, Leberzirrhose oder Lungentuberkulose zeigten.

Ich traf zum ersten Mal den Tod in meinem Leben.

Am gleichen Tag sollte ich die Formalitäten erledigen. Es war für mich auch keine leichte Entscheidung.  Für mich waren dies jedoch klare Worte und ich sah eine große Chance für mich, hier sehr viel zu lernen.

In den nächsten Tagen um ½ 9 Uhr sah ich Herrn Professor Romhányi im Sektionssaal beim Studentenunterricht. Er fragte  die Studenten nach Ihren Namen und dann ging es mit der Fragerei los, mit einem klaren Ziel, dass die Studenten letztendlich den pathologischen Prozess verstehen (7).

Die Kliniker kamen um ½ 10 Uhr, auch hier musste alles stimmen. Er fragte oft nach der Anamnese und Symptomen, wobei auch der Praktikumsleiter mitdenken musste.

Danach ging ich mit Károly Méhes ins Museum  und er fragte nach den gestern oder vorgestern angefertigten Präparaten oder den „bunten“ Präparaten. Hier mussten die pH-Werte stimmen.  Er kontrollierte auch die pH- Werte. Auch musste ich die richtige Haltung der Schere und des Messers erlernen. Die zurechtgeschnittenen Präparate kamen nach einer bestimmten Fixierungszeit in die Romhányische Rekolorisierungslösung. Er kam je nachdem in zwei Stunden zurück und bewunderte die rekolorisierten Präparate.

Tagtäglich musste ich die pH-Werte kontrollieren und die Lösung mehrmals wechseln. Er sagte oft: „Der junge Herr muss, wenn er studieren will, richtig arbeiten lernen und für die Präparate Verantwortung zu übernehmen.“

Károly Méhes, der „kleine Chef“, glaubte an mich, dass ich alles bewältigen und recht machen kann.

Die  zurechtgeschnittenen, formalinfixierten Präparate (Formol 40% 1 l, Kochsalz 300 g auf 5 l destilliertes Wasser) werden nach gründlicher wässriger Spülung in der Reaktionslösung (Formol 40% 1 l auf 5 l destilliertes Wasser, Natrium-Dithionit 100 g, Kochsalz 200 g und Pyridin 20 ml, pH auf 8–9 einstellen) rekoloriert. In Formalinlösung entsteht durch die Wirkung von Pyridin und reduzierendes Natriumhydrosulfurosum, Na2S204, ein Hämochromogenderivat. Die Präparate zeigen sich in ihren originären Farben (z. B. ist der Herzinfarkt makroskopisch tatsächlich lehmgelb, das Fettgewebe ist gelb, Eiter und Chloroma sind grün). Jahrelang bleiben die Farben unverändert. Die Grundlage bildet eine am frischen Präparat hervorgerufene Hämochromogenreaktion, die gegenüber Sauerstoff empfindlich ist. Die Methode wird heute in der ganzen Welt an Präparatorenschulen unterrichtet. Eine zusammenfassende Arbeit darüber schrieb er 1956 in Virchows Archiv Prof. Walter Steinmann veröffentlichte diese Methode in seinem Buch „Makroskopische Präparationsmethoden in der Medizin“ (14, 15,16,17, 19).

Ich bemühte mich sehr, trotzdem misslang auch ab und zu etwas: „So ein schönes Präparat. Dies nicht recht zumachen, brauchst Du extra Eigenschaften!“ Als der Chef weg war, tröstete mich Károly Méhes: „Josef, nimm dir bitte diese Bemerkungen nicht zum Herzen. Er will erreichen, dass  im Museum Ordnung und Verantwortung herrschen.“

Ich lernte mit Plexiglas zu arbeiten. Oft musste ich Sektionsfälle in einer Schüssel zur Vorlesung hinaufbringen. Jedes Mal musste ich die Hände waschen und besonders auf die Sauberkeit achten und den Raum zu lüften.

Karoly Méhes erklärte oft geduldig die pathophysiologischen Zusammenhänge einiger Fälle.  

Diese Zeit war und bleibt für mich wichtig und ausschlaggebend. Es gab an der Universität Pécs für die Aufnahmeprüfung sogenannte Vorbereitungskurse für Biologie und Physik bzw. Biophysik. Károly Méhes und Professor Romhányi kontaktierten die Lehrer der Vorbereitungskurse und sie formulierten ihre Fragen für mich.

Nach einem halben Jahr fand ein Wechsel statt. Der „ kleine“ Chef wurde István Orbán, aber der persönliche Kontakt blieb zu Károly Méhes.

Im August 1962 bekam ich die Benachrichtigung, dass ich mein Medizinstudium Mitte September an der Universität beginnen kann.

Méhes gratulierte mir zur erfolgreichen Aufnahmeprüfung und sagte Folgendes: „Ich fahre mit meiner Frau (das Paar war frisch verheiratet) nach Prag und nach meiner Rückkehr werde ich dir noch für das Studium gute Ratschläge erteilen.“

Leider kam alles anders: Méhes musste seine Hochzeitreise abbrechen, da sich herausstellte, dass er eine frische tuberkulotische Infektion hatte. Trotzt der Krankheit blieb der Kontakt aufrechterhalten, nach einem halben Jahr dürfte ich ihn in der Abteilung für Infektionskrankheiten besuchen. Er fragte mich, wie die Prüfungen waren und sagte mir einen Satz, den ich nie vergessen werde: “Gott sei Dank, dass du im Museum bzw. Sektionssaal keine tuberkulotische Infektion bekommen hast“.

Unsere Freundschaft erhielt eine neue Farbe: als ich 1997 die Leitung der gynäkopathologischen Abteilung der Universitätsfrauenklinik Rostock übernahm, konsultierte ich ihn telefonisch, später per E-mails. Er gab mir gute Ratschläge. Bei den Sektionsanträgen kam oft ein Satz vor: „nach Méhes…“Auch zitierte ich ihn regelmäßig auf verschiedenen Tagungen bei der Präsentation verschiedener Entwicklungsanomalien.

In persönlichen Gesprächen erwähnte er jedes Mal: „Lieber Josef, aus Niederlagen muss man lernen und Konsequenzen ziehen und meine Erfolge waren und sind mit meiner Frau, Hédi eng verbunden. Ich schulde ihr sehr viel.“

Ich bin ihm persönlich für seine großzügige Hilfe und Diplomatie  zu Dank verpflichtet, insbesondere für seine Hilfe bei der Organisierung der beiden Romhányi- Amyloid-Memorial Symposien in Pécs 2002 und 2004. Die Beiträge erschienen in Supplementband der acta histochemica (1,2) Das Symposium in Pécs (Ungarn) April 2004 war ein Satellitensymposium des Amyloidforum in Tours (Frankreich). Das Symposium wurde von Frau Prof. Dr. Jean Sipe im Amyloidjournal ausführlich referiert. (18)

Er lektorierte neben Prof. Dr. Reinhold Schwarz (Rostock) und Prof. Dr. h.c. Stefan  Pollak (Freiburg/Breisgau) mein Buch über unseren gemeinsamen Lehrer Professor Dr. György (Georg) Romhányi. Leider erlebte er das Erschei-nen des Buches nicht mehr. (7)

In vielen Fällen dachte und denke ich an seine persönliche Intentionen und Bemerkungen nach. Diese halfen mir auch in kritischen Situationen.

In den letzten Jahren bis 2006  war ich oft Gast bei ihm und seiner Frau Hédi zu Hause in der Felsömalom utca (Obere Mühlengasse).

Ich vermisse ihn!

Literatur:

1. Acta histochemica (2003)105. “Amyloid and Amyloidosis”. The first

Romhányi Amyloid Memorial Symposium of the Hungarian Academy of Science at Pécs, November 7th, 2002

2.Acta histochemica 108. special issue 3. 163 (2006) The 2nd Romhányi Amyloid Memorial Symposium of the Hungarian Academy of Science” at Pécs 24 April 2004.

3. Àldozat és szenvedély. Tudos portrék (2003) Szerzök: CSERILászló, KOZMAFerenc, MÉHESKároly Gyula. Kiadó: MTA-PAB elnöke és a Pro Pannonia Kiadói Alapitvány  Kuratoriumának elnöke. ISSN 0237 4277, ISBN 963 9498 13 0

4. BENKE J (1992): A Pécsi Orvostudományi Egyetem története (Die Geschichte der Medizinischen Universität Pécs, mit einer deutschen und englischen Zusam-menfassung).- Pécs:Temporg .

5. LÁZÁR I ( 1990): Kleine  Geschichte Ungarns 4.,neue bearbeitete Auflage. Corvina Könyvkiadó, Budapest.  ISBN: 963 13 4293 X

6. KAMERLING J-P, MAKOVITZKY J,SCHAUER R,VLIEGENHART J-F-G, WEMBER M (1980): The nature of sialic acids in human lymphocytes. Biochem Biophys Acta 714. 351-354 (1982) 

doi:10.1016/0304-4165(82)90344-0

7. MAKOVITZKY J (2012): Prof. Dr. György (Georg) Romhányi (1905-1991) als Persönlichkeit, Wissenschaftler und Lehrer-Ein Beitrag zur Geschichte der Polarisationsmikroskopie. ISBN:978-3-00-036132-6 Druck: Druckerei der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Br.

8. MÉHESK (1993): Delayed speech development, facial asymmetry, strabismus, and transverse ear lobe creases: a new syndrome? In: J. Med. Genet., 30: 76-77. http://dx.doi.org/10.1136/jmg.30.1.76 

9. MÉHES K (2005): Minor-Anomalien: Festsitzung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften anlässlich des 100.jährigen Geburtstages von Professor Dr. György Romhányi am 11.9. 2005.

10. MÉHES K ( 2006): persönliche Mitteilung.

11. MORAVA È, CZAKÓ M, KÁRTESZI J, CSER B, WEISSBECKER K, MÉHES K (2003): Ulnar/fibular ray defect and brachydactyly in a family: a possible new autosomal dominant syndrome. In: Clin. Dysmorphol., 12: 161-165.  http://dx.doi.org/10.1097/01.mcd.0000072164.33788.0a 

12. Patent EP1083181 B1 Prioritätsdatum 1999.

13. PELZ L, KOSZTOLÁNYI Gy (2007): Nachruf auf Prof. Dr. Károly Méhes,Pécs. Monatsschrift Kinderheilkunde 6:577-578

14 ROMHÁNYI György: Új szinesrögzitési eljárás. In: A Magyar Pathologusok Társasága Nagygyűlésének munkálatai : 10. Nagygyűlés, Budapest, 1941 / szerk. Bézi István. – Budapest: Bethlen Nyomda 1941. – pp. 91-93.

15. ROMHÁNYI Georg: Neufärbung verblasster musealer Präparate. Protokoll des Königlichen Ärztevereins am 18. 4. 1941. Budapest. In: Dtsch. Med. Wochenschr., 67: 1194. 1941

16. ROMHÁNYI György: A szervekben foglalt haemoglobin és számazékai szintartós megörzésé- nek vegyi feltételei (Durch Hämochromogenbildung und Reduktionsverfahren erzielte farbige Konservierungsmethode, zweisprachig). In: MTA Matemat. Természettud. Értesítő, 62: 549-562. 1943.

17. ROMHÁNYI Georg: Einfaches Verfahren zur Konservierung in natürlichen Farben. In: Virchows Arch., 328: 573-575. 1956.http://dx.doi.org/10.1007/bf00955072 

18. SIPE, J- D: Amyloid and amyloidosis. The 2nd Romhányi Memorial Sympo- sium April 24, 2004. Pécs,Hungary. In: Amyloid, 11: 273-275. 2004. http://dx.doi.org/10.1080/13506120400016273 

19. STEINMANN, Walter F.: Makroskopische Präparationsmethoden in der Medizin. – Stuttgart: Thieme, 1982.

20. Sz. KONCZ I(2009): „Fele játék,fele gyötrelem“ Cella Septichora Kiadó ISBN: 978-963-8828284-0-8

21.SZONTÁGHFerenc, JAKOBOVITSAntal, MÉHESKároly: Primary embryonal sex ratio in normal pregnancies determined by the nuclear chromatin. In: Nature, 192: 476, 1961http://dx.doi.org/10.1038/192476a0 

22.ZSIFKOVITSIstván, MÉHESKároly, JOBSTKázmér: Effect of sexual maturation and castration on the sex chromatin pattern in the male rat. In: Nature, 184: 1239-1240. 1959. http://dx.doi.org/10.1038/1841239a0